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Die Quotenregelung als diskriminierendes Corpus Delicti der normopathischen Gesellschaft

Ausgangssituation ist der Artikel Diskriminierung bei der Bewerbung - Mann kassiert mehr als 300.000 Euro Entschädigung des SPIEGEL ONLINE. Ist die Quotenregelung ethisch vertretbar oder ein politisches Instrument? Die Diskriminierung leitet sich inter alia systemmatisch aus dem Stufenbau der Rechtsordnung ab, wir entlarven diese als Corpus Delicti der normopathischen Gesellschaft und analysieren die Prosozialität in Bezug auf ihre Profiteure.

Die Quotenregelung als versteckte Diskriminierung

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR) der United Nations (UN) fordert die Gleichbehandlung:

“Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.” – AEMR Art 1.

Die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) basiert auf der AEMR und definiert das eindeutige Verbot der Diskriminierung bzw. Benachteiligung von Personen aufgrund des Geschlechts:

“Der Genuss der […] festgelegten Rechte und Freiheiten ist ohne Benachteiligung zu gewährleisten, die insbesondere im Geschlecht, in der Rasse, Hautfarbe, Sprache, Religion, […] in nationaler oder sozialer Herkunft, in der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, im Vermögen, in der Geburt oder im sonstigen Status begründet ist.” – EMRK Art. 14

Mit dem völkerrechtlichen Vertrag zwischen EU-Mitgliedsstaaten über die Arbeitsweise der Europäischen Union~(AEUV), primäres Unionsrecht angelehnt an eine europäische Verfassung, wurde die explizite Außerkraftsetzung des Diskriminierungsverbotes und des Gleichbehandlungsgrundsatzes zur Bevorzugung von Frauen im beruflichen Kontext geschaffen:

“Im Hinblick auf die effektive Gewährleistung der vollen Gleichstellung von Männern und Frauen im Arbeitsleben hindert der Grundsatz der Gleichbehandlung die Mitgliedstaaten nicht daran, zur Erleichterung der Berufstätigkeit des unterrepräsentierten Geschlechts oder […] zum Ausgleich von Benachteiligungen in der beruflichen Laufbahn spezifische Vergünstigungen beizubehalten oder zu beschließen.” – AEUV Art. 157 Abs. 4

In Österreich wurde das EU-Recht im Bundes-Gleichbehandlungsgesetz (B-GlBG) verankert:

  • Vorrangige Aufnahme in den Bundesdienst (B-GlBG § 11b.)
  • Vorrang beim beruflichen Aufstieg (B-GlBG § 11c.)
  • Vorrang bei der Aus- und Weiterbildung (B-GlBG § 11d.)

Das B-GlBG steht jedoch im diametralen Widerspruch zum Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG):

“Alle Staatsbürger sind vor dem Gesetz gleich. Vorrechte der Geburt, des Geschlechtes, des Standes, der Klasse und des Bekenntnisses sind ausgeschlossen.” – B-VG Art. 7

Das Grundprinzip des Stufenbaus der Rechtsordnung wird ausgehebelt, da bereits verbriefte Rechte ‘aberkannt’ werden und dadurch der Rechtsstaat unterwandert wird:

Stufenbau der Rechtsordnung

Wir sind mit der Situation konfrontiert, dass in der Bundesverfassung zugesicherten Rechtsgrundsätze durch den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) und das Bundes-Gleichbehandlungsgesetz (B-GlBG) ausgehebelt werden. Der Titel ‘Gleichbehandlung’ des B-GlBG ist irreführend, versteckt sich dahinter eine ‘positive Diskriminierung’ von anderen Geschlechtern gegenüber der Bevorzugung von Frauen zur Erreichen eines fragwürdigen politischen Zieles. Das subjektive Rechtsempfinden der originären Leistungsträger ist beeinträchtigt, die Ursache für diese Entwicklung liegt in der normopathischen Gesellschaft.

Die normopathische Gesellschaft und ihr Corpus Delicti

Die Persönlichkeitsstörung Noromapthie ordnet sich in die Gruppe der anankastischen [zwanghaften] Persönlichkeitsstörungen (F60.5) nach der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandten Gesundheitsprobleme, 10. Revision (ICD-10) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein. Die Individualität wird hierbei dem übersteigerten Streben nach sozio-kultureller Normenkonformität untergeordnet.

Der Begriff normopathische Gesellschaft ist geprägt von Psychiater und Psychoanalytiker Maaz:

“Das Pathische, das Kranke, das Gestörte wird dann in einer Gesellschaft nicht mehr als krank und pathologisch erkannt, wenn die Mehrheit einer Bevölkerung in einer bestimmten Richtung denkt und handelt, denn was die Mehrheit tut, das wird ja wohl richtig sein. Das meint der Begriff der Normapathie.” – Hans-Joachim Maaz

Die ideologische Verblendung hat dazu geführt, dass der Erfüllung von Normen, z.B. der Quotenregelung, ein höherer Stellenwert als jener der individuellen Leistung oder Erfahrung unabhängig vom Geschlecht eingeräumt wird. Im Gleichstellungsgesetz von Frauen und Männern im Aufsichtsrat (GFMA-G) wird die Annahme vertreten, es bestünde ein Recht auf sozial angesehene und entsprechend hoch monetär vergütete Führungspositionen aufgrund eines bestimmten Geschlechts ohne dabei den Eignungsparameter zu berücksichtigen. Die Quotenregelung fungiert daher als Corpus Delicti der normopathischen Gesellschaft zur Operationalisierung ihres anamorphotischen Weltbildes.

Die Prosozialität der Quotenregelung

Der Altruismus stellt folgende Bedingungen an eine Handlung anhand dessen die Unvereinbarkeit einer Quotenregelung offensichtlich wird:

  • Aufwendung von Anstrengung: Die Anspruchsberechtigung auf eine monetär hoch vergütete Führungsposition ist durch Leistung und Fähigkeit indiziert. Eine fundierte Ausbildung, facheinschlägige Berufserfahrung oder die Kombination aus beiden sind legitime Argumente für Anstrengung - ein bestimmtes Geschlecht oder die Zugehörigkeit einer Minderheit vorzuweisen jedoch nicht.
  • Nutzen für die Gesellschaft: Die Ausübung einer verantwortungsvollen Führungsposition erfordert Leistungsfähigkeit um einen erkennbaren Nutzen für die Gesellschaft bzw. das Unternehmen zu bieten. Fehlen die Fähigkeiten, fehlt der Nutzen, da kein Mehrwert und ggf. sogar zusätzlicher Aufwand oder Schaden durch draus begründete Fehlentscheidungen entsteht.
  • Ideomotorische Vorteilnahme: Die bewusste Absicht, einen unberechtigten Vorteil gegenüber einer qualifizierteren Person in Anspruch zu nehmen, welcher sonst nicht gegeben ist, konterkariert prosoziales Verhalten. Die Exploitation manifestiert sich ebenfalls dadurch, dass das valide Qualifikationsprofil des Mitbewerbers ad absurdum geführt wird.
  • Freiwilligkeit: Die Entscheidung sich für eine Stelle zu bewerben oder diese anzunehmen, welche von einer Quotenregelung beeinflusst ist, kann aus einem sozialen Druck, z.B. Normopathie, oder autoritär, z.B. Zielvorgabe des Vorgesetzten, heraus begründet sein. Anstatt die Frage zu stellen, ob das Anforderungsprofil den Fähigkeiten entspricht, wird versucht einem bestimmten Rollenbild gerecht zu werden oder als Erfüllungsobjekt der Unternehmenspolitik zu fungieren.

Die Folgerung, dass es sich bei Inanspruchnahme einer durch die Quotenregelung oportunen Führungsposition um Egoismus handelt, ist daher legitim. Die Frage steht nun im Raum, ob sich jene Personen, die von einer Quotenregelung profitieren, der moralischen Umstrittenheit bewusst sind. Menschen sind mit einem natürlichen Sinn für Fairness und soziale Wahrnehmung ausgestattet. Die Hirnaktivität bei Verstößen gegen die Moral kann gemessen werden:

Moral

Die wissenschaftlich fundierte These könnte durch eine empirische Fallstudie, z.B. Befragung von Profiteuren der Quotenregelung unter Einbezug der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRI), wohl trivial nachgewiesen werden. Läsionen in diesen Regionen lassen auf geringe Empathie, Peinlichkeit und Schuld schließen. Die Quotenregelung als genderpolitisches Experimentierfeld führt zu einer Diskriminierung der Fachqualifikation und hat daher keine inhärente Prosozialität.

Pathologische Implikationen auf die Psychosomatik originärer Leistungsträger

Ob ein fragwürdiges Konstrukt wie die Quotenregelung ethisch vertretbar ist, kann der kategorische Imperativ beantworten, welcher die Beweggründe einer Handlung im Kontext der moralischen Pflicht betrachtet:

“Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werden.” – Immanuel Kant

Maxime sind Ausdruck des Vernunftstrebens, Lobbyismus für eine einseitige Interessensgruppe und gleichzeitige Diskriminierung kann gemäß dem Kanon der moralischen Beurteilung daher kein allgemein gültiges Gesetz werden. Findet die Quotenregelung Anwendung, kann dies pathologische Implikationen auf die Psychosomatik der originären Leistungsträger, z.B. eine Depression, auslösen:

ICD-10 Diagnosekriterien einer depressiven Episode
A: Allgemeine Voraussetzungen - Symptome mit Mindestzeitraum von 2 Wochen
- Keine bipolare Störung
- Keine organische Störung sowie Ausschluss von psychotropen Substanzen
B: Leitsymptome - Gedrückte Stimmung
- Interessens- oder Freudeverlust
- Antriebsverlust oder ausgeprägte Müdigkeit
C: Weitere Symptome - Vermindertes Selbstwertgefühl oder Selbstvertrauen
- Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
- Verminderung der Konzentration und Aufmerksamkeit
- unangemessene Schuldgefühle oder unbegründete Selbstvorwürfe
- Schlafstörungen
- Appetitverlust
- Agitiertheit
- Beinträchtigung der Libido
- Suizidgedanken oder Suizidhandlungen

Für eine leichte depressive Episode ist es bereits ausreichend, alle Kriterien von A, zumindest 2 Kriterien von B und zumindest 2 von C zu erfüllen. Skizzieren wir gemeinsam folgendes Beispiel: Frau A und Herr B bewerben sich um die ausgeschriebene Führungsposition. Frau A bekommt die Zusage, damit die Quotenregelung des Unternehmens erfüllt werden kann. Herr B fühlt sich daraufhin diskriminiert und verfällt aufgrund seines jahrelangen beruflichen Engagements sowie der darauffolgenden Enttäuschung in eine leichte Depression und sucht nun professionellen Rat innerhalb einer Psychotherapie.

Fazit

Diversität ist ein entscheidender Faktor für nachhaltigen Unternehmenserfolg, dennoch gilt folgende kritische Betrachtung der mandatorischen Quotenregelung unter Einbeziehung holistischer Gesellschaftsaspekte:

  • setzt sich über bestehende Rechte hinweg und führt dadurch zur Diskriminierung,
  • fungiert als Corpus Delicti der normopathischen Gesellschaft,
  • hat keine inhärente Prosozialität gemäß Altruismus und
  • erzeugt pathologische Implikationen auf die Psychosomatik originärer Leistungsträger.

Eine verpflichtende Quotenregelung ist daher aufgrund der mehrdimensionalen Nonkonformität, rechtlich und sozio-öknomisch, abzulehnen. Psychosomatisch Implikationen, z.B. leichte Depression, können Folge dieser Fehlentwicklung sein. Wir benötigen eine wissenschaftlich objektive Diskussion über das Thema, eine ideologisch subjektive Auseinandersetzung ist, wie an so vielen anderen Stellen, kontraproduktiv.